Magie? - nachhaltige Teamentwicklung

Die gelebte Teamkultur kann Kreativität und Energie freisetzen oder diese förmlich ersticken. Wenn in einem Team Respekt, Wertschätzung, Empathie, Miteinander und Spaß zu kurz kommen dann haben Probleme und Kränkungen meist Hochkonjunktur. Die Teamatmosphäre und das Miteinander werden durch Negativität, Spannungen, offene oder unterschwellige Konflikte, Vertrauenslosigkeit, Projektionen oder Übertragungen erschwert und belastet. Oberflächlich gesehen scheint das Team zu funktionieren, jedoch unter der Oberfläche sind Frustrationen, Dienst nach Vorschrift, Krankheitstage, Fluktuation und innere Kündigungen der Mitarbeiter ein klares Signal, dass die Teameffizienz herunter gezogen wird, wenn nicht dagegen gesteuert wird.  

Ein Praxisbeispiel

Ein gewöhnlicher Arbeitstag in einem Unternehmen in Deutschland. Eine Führungskraft und ein Human Ressource Verantwortlicher laden mich als ihren Business Coach zu einem Gespräch ein. Die Führungskraft berichtet darüber, dass es in seinem Team seit Jahren Konflikte gibt und er nun am Ende seines Lateins angekommen ist. Bisherige Workshops haben nichts verändert. Teammitglieder fühlen sich oft hilflos oder haben bereits resigniert, sind unzufrieden werden länger Krank und landen dann in der Wiedereingliederung. Auch da wird Sorge und Frust abgeladen z.B. „Ich gehe ein, wenn nichts unternommen wird.“

Ich erklärte mich bereit zu helfen und erläutere wie ich vorgehe. Alle Teammitglieder lud ich einzeln zu einem vertraulichen Gespräch ein um zu erfahren, wie jeder einzelne das Team sieht. Mir schlug nicht unbedingt Begeisterung entgegen, als die Teammitglieder zum Gespräch kamen. Verständlich, denn zu hoch war die Verbitterung und Frust. Die Hoffnung auf eine Besserung war bei den meisten verloren! „Es hat sich doch bisher nie etwas geändert, warum nun noch ein Workshop?“ hörte ich sehr oft. Auffällig war, dass häufig die anderen in den Fokus rückten, wenn es um die möglichen Problemursachen ging. Ich führte Sie wertschätzend vom Problemblick zum Lösungsblick. Dabei erfuhr ich, wie es ihnen aktuell ging, was ihre Bedürfnisse sind und wie es ihnen gehen würde, wenn wir die Lösungen hinbekommen würden. Trotz der Skepsis und warnenden Stimmen z.B. „Hoffentlich wird sich deine Mühe lohnen, ich glaube es ehrlich gesagt nicht!“, war bei einigen eine leise Hoffnung  spürbar, während andere bereits resigniert schienen. Die Auswertung des Teamgeistes nach den ersten Gesprächen vor dem Workshop war niederschmetternd. 

Ein sonniger Oktobertag beginnt und ich freue mich auf das Team auch wenn etwas Selbstzweifel (hoffentlich schaffe ich das!) meine Freude trübt. Alle sitzen pünktlich in einem Halbkreis in angespannter Atmosphäre und warten darauf was jetzt kommt. Nach einer ausführlichen Einführung bitte ich alle Teilnehmer ihre aktuelle Befindlichkeit auf einer Karte nieder zu schreiben. Einer fasst Mut und äußert seine Erwartung in eine Frage verkleidet so: „Wir müssen doch diese Karten nicht etwa vortragen?!“ Erleichterung macht sich breit, als ich mit den Worten „Bei mir müsst ihr nichts machen, was ihr nicht wollt!“ Die Hälfte der Teilnehmer haben „angespannt“ geschrieben. Einer schrieb „Angst“ ein weiterer hatte „?“ auf der Karte. Doch auch Hoffnung und Zuversicht waren dabei, was mich freute.

Mit dem Fokus auf den wertvollen Menschen, seinen Prägungen, Glaubensätzen und die unbewussten Dynamiken im Menschen wurden die Teilnehmer hellhörig und wurden inspiriert den Fokus auf sich selbst zu richten. Am Ende des zweiten Tages waren die meisten total angetan. Plötzlich war Vertrauen untereinander so groß, dass Sie sogar Mut fassten und irgendwie stolz auf ihre Karten zeigten, die Sie zu Beginn des Workshops vermieden hatten. Ein männlicher Teilnehmer sagte mit deutlich entspannter Miene, „Diese Karte mit der Angst, hatte ich geschrieben.“ Mitgefühl machte sich breit. Eine Teilnehmerin, die zu Beginn des Workshops wieder zur Arbeit gehen wollte – weil ich in meiner Einführung das Wort „Freiwilligkeit“ betont hatte -, sagte am Ende „Dieser Workshop hat mir sehr gefallen, danke!“

Mein persönliches Resümee ist, dass die Menschen aufblühten, weil sie mehr und mehr Vertrauen spürten. Dazu trug auch bei, dass ich mich selbst mit allem (Angst, Sorge, Hoffnung)  zeigte, so wie ich tatsächlich war aber auch weil jeder sich wertgeschätzt fühlte. Anspannung und Angst lösten sich, als ihnen bewusst wurde, dass es hier um Lösungen und nicht um Probleme ging. So konnte jeder ohne Bedenken und Sorgen in sich gehen. Es ging um Respekt, Wertschätzung und die Botschaft „Jeder darf sein!“. Das alles und vieles mehr, brachte das Eis zum Schmelzen. Auch nach nun fast einem Jahr bewerteten die meisten den Teamgeist in persönlichen Gesprächen als hoch bis sehr hoch ein. Das ist das, was die Mühe lohnt, die Menschen sind es wert!




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